Viele Paare sehen sich im Laufe ihres Zusammenlebens Problemen und
Situationen gegenüber, deren Bewältigung ihnen fast aussichtslos erscheint. Auch Ratschläge
von Angehörigen und Freunden helfen kaum weiter, da sie meist
einseitiger Parteinahme entspringen.
Es gibt aber auch häufig die Erfahrung, dass Außenstehende sehr wohl dazu beitragen können,
(Ehe-)Partnern aus problematischen Situationen herauszuhelfen. Das Gespräch mit Außenstehenden kann es erleichtern, zu einer vielfältigeren Sicht
der eigenen Beziehung zu gelangen können, und es gelingt einem mit ihrer Hilfe oft besser den eigenen Partner zu verstehen. Es lohnt sich also immer, sich zuerst einmal mit außenstehenden aber vertrauten Personen zusammen zu setzen.
Führt dies nicht zu neuen und befriedigenderen Lösungen, so kann ein Paarberater, als ein solcher Außenstehender, herangezogen werden.
Paarberater versuchen, die Schwierigkeiten im Zusammenleben eines Paares mit
den verschiedenen Mitteln der Psychotherapie anzugehen.
Im Mittelpunkt beraterischer Aufmerksamkeit steht dabei immer die Beziehung
der Ratsuchenden. Aufgabe der Paarberatung ist es, dass das Paar Zeit füreinander hat, dass eine dritte Person dabei ist, die die Kommunikation lenkt, sodass die Gesprächsroutine des Paares unterbrochen wird, dass zunächst kleine anscheinend unwichtige Veränderungen im Verhalten eingeleitet werden und dass dann ein Prozess in Gang kommt, der aus einem - meine Meinung oder deine Meinung ist richtig - zu einem - meine Meinung und deine Meinung ist richtig - führt.
Der Weg dahin ist oft anstrengend, und vor allem, was macht man dann mit den Widersprüchen, die entstehen, wenn beides richtig sein soll? Beratung in diesem Sinne versteht sich grundsätzlich
als Hilfe zur Selbsthilfe. Sie ist in ihrer Dauer sowie in den möglichen
Zielsetzungen von der Individualität der Betroffenen, ihrer Beziehung und der
Art ihrer Probleme abhängig.
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